Eine regionale Landwirtschaft bedient die Wünsche der Verbraucher nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sinnvoll und nachhaltig.

Insbesondere der ökologische Landbau hat sich in seinen Richtlinien dazu verpflichtet, keine Gentechnik im Pflanzenbau, der Tierhaltung und der Verarbeitung von Lebensmitteln einzusetzen. Aber auch landeseigene konventionelle Markenprogramme, wie beispielsweise das Qualitätszeichen Baden-Württemberg (QZBW) verbieten den Einsatz von Gentechnik auf dem Acker und bei der Fütterung einiger Tierarten.

Im standortgerechten Landbau liegen – vor allem in Verbindung mit regionalen Vermarktungsstrukturen – große Potenziale für die heimische, mittelständische Wirtschaft. Die Agro-Gentechnik dient dagegen vor allem den Interessen von wenigen, weltweit agierenden Konzernen und einer industriellen Landwirtschaft.

Die Landwirtschaft braucht einen wirksamen Schutz vor gentechnisch veränderten Pflanzen

Konventionelle Landwirte und Öko-Landwirte, die selbst keine gentechnisch veränderten Pflanzen einsetzen, bewirtschaften ihre Felder nicht unter einer Glasglocke, sondern sind den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt. In der strukturellen Vielfalt der baden-württembergischen Landwirtschaft ist Koexistenz nicht möglich, sondern vielmehr eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben im ländlichen Raum.
Deshalb sind europaweit strenge Anbauregelungen zum Schutz vor unkontrollierter Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen erforderlich. Ansonsten ist zu befürchten, dass sich gentechnisch veränderte Bausteine in wenigen Jahren in allen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen – vom Saatgut bis zu den Erzeugnissen – und vielen Wildpflanzen wiederfinden. Insbesondere Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, bedürfen eines effizienten Schutzes gegen die Kontamination durch gentechnisch veränderte Pflanzen. Das neue Gentechnik-Gesetz bietet einen unzureichenden Rahmen zur Sicherung der Gentechnik-freien Landwirtschaft.