Pressemeldung

Offener Brief – Bündnis fordert Schutzregeln zur Neuen Gentechnik

Esslingen, 18. August 2026 – Was kommt morgen auf unsere Teller? Und wer entscheidet künftig darüber, was auf unseren Feldern wächst? Nach den EU-Beschlüssen zur Lockerung des Gentechnikrechts und zur Zulassung neuer gentechnischer Verfahren (NGT) schlägt ein breites Bündnis aus Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie Kirchen Alarm. In einem Offenen Brief wendet sich die Allianz an Ministerpräsident Cem Özdemir und die gesamte Landesregierung. Die zentrale Botschaft: Das Recht auf gentechnikfreie Nahrung und die Vielfalt unserer Kulturlandschaft dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

„Die Menschen in Baden-Württemberg wollen wissen, was sie essen. Sie wollen die Freiheit haben, sich bewusst für regionale, gentechnikfreie Lebensmittel zu entscheiden“, betont Bündnissprecherin Barbara Endraß. Wenn ab 2028 sogenannte „NGT-1“-Pflanzen ohne Kennzeichnung auf den Feldern landen, droht diese Wahlfreiheit ausgehebelt zu werden.

Ein neues Rechtsgutachten von Dr. Georg Buchholz (GGSC, Berlin) belegt jedoch, dass nationale Schutz- und Koexistenzregelungen in Deutschland auch nach Juli 2028 rechtssicher fortbestehen können. „Baden-Württemberg muss seiner Verantwortung nachkommen, Schutzregeln sichern und die Zusagen aus dem Koalitionsvertrag zum Fortbestand der gentechnikfreien Erzeugung umsetzen“, fordert Bündnissprecher Christoph Zimmer.

Mit einem Marktvolumen von rund 36 Milliarden Euro (2025) ist die „Ohne Gentechnik“- und Bio-Produktion in Deutschland ein tragender Wirtschaftsfaktor. Da NGT-1-Pflanzen im Öko-Sektor sowie für Produkte mit der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ weiterhin unzulässig bleiben, drohen ohne nationale Schutzmaßnahmen erhebliche wirtschaftliche Risiken für die heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft.

Konkrete Handlungsempfehlungen unterbreitet das Bündnis im übergebenen Offenen Brief. Das vollständige Rechtsgutachten ist auf der Website des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) sowie direkt hier abrufbar.

Bild: „Weißt du, was du da isst?“: Die Wahlfreiheit wird vom Bio- und vom Ohne Gentechnik-Siegel gewährleistet. Jetzt muss auch die Regierung ihren Teil zum Schutz von gentechnikfreien Wertschöpfungsketten beitragen.
Credit: Holger Groß

Bild: Barbara Endraß, zweite von rechts, mit Bündnismitgliedern in Straßburg. 
Credit: Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Anlagen:
Offener Brief an Ministerpräsident Cem Özdemir und die Landesregierung
Pressemitteilung im PDF-Format

Zum Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft: Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft setzt sich durch politische Lobbyarbeit, aktive Vertrauens- und Vernetzungsarbeit und die Durchführung unterschiedlicher Aktionen und Informationsveranstaltungen für den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft in Baden-Württemberg und für gentechnikfreie Lebensmittel ein.

​- Belegexemplar wird erbeten –

Kontakt:
Sprecherteam: Christoph Zimmer, Barbara Endraß 
Koordinatorin: Cornelia Wiethaler
Telefon: 0155-67206459 

info@gentechnik-freie-landwirtschaft.de 
www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de