Die Verbände und Mitglieder des Aktionsbündnisses gentechnikfreie Landwirtschaft Baden-Württemberg sind schockiert über den Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zur Deregulierung „neuer Züchtungstechnologien“. Der Vorschlag torpediert die Koexistenz gentechnikfreier Landwirtschaft, den Ausbau des Ökolandbaus, das Vorsorgeprinzip, die Wahlfreiheit für VerbraucherInnen und bäuerliche Unabhängigkeit in Baden-Württemberg und Europa. Der Gesetzentwurf ist daher gänzlich abzulehnen bzw. grundlegend zu überarbeiten.
Wir fordern daher von allen Parteien, Abgeordneten und Entscheidungsträger:innen:
Einladung zur Veranstaltung: „Bleibt uns von Acker und Teller! Neue Gentechniken regulieren, Wahlfreiheit erhalten und Patente stoppen!“
Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Baden-Württemberg mit seinen Mitgliedern lädt Sie/Euch zum öffentlichen Gespräch und Austausch mit Podiumsdiskussion am
19.09.2023 von 14-16 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz (Höhe Commerzbank) ein.
Uns alle besorgt der veröffentlichte Vorschlag der EU-Kommission zum Thema „Deregulierung Neuer Gentechniken / Neuer Züchtungstechnologien“ und wir möchten uns dafür einzusetzen, dass die bisherige Regelung innerhalb der EU weiter bestehen bleibt. Denn wir wollen keine unkontrollierte Ausbreitung neuer gentechnischer Organismen auf Acker und Teller!
Fragen und Antworten zur Gentechnik
Sind neuartige gentechnische Verfahren (NGT), wie z.B. CRISPR/Cas9, denn überhaupt Gentechnik?
Mit seinem Urteil zur Gerichtssache C‑528/16 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) 2018 geklärt, dass auch die NGT unter das geltende europäische Gentechnikrecht fallen und entsprechend zu regulieren sind. Das Urteil war eindeutig, da auch durch diese Verfahren „eine auf natürliche Weise nicht mögliche Veränderung am genetischen Material eines Organismus vorgenommen wird“. Explizit hat der EuGH in seiner Urteilsbegründung auf das Vorsorgeprinzip, das der Gentechnikregulierung zugrunde liegt, Bezug genommen. Darin wurden nun auch die mit neuen Verfahren erzeugte Organismen eingeschlossen und den Verpflichtungen der Richtlinie 2001/18/EG (Freisetzunsgrichtlinie) unterworfen. Das bedeutet eine Pflicht zur Prüfung, Zulassung, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit.
Weiterlesen „Fragen und Antworten zur Gentechnik“K.O. fürs Ländle?
Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft fordert ein klares NEIN der deutschen Politik zum inakzeptablen Gesetzesentwurf der EU-Kommission!
Esslingen am Neckar, 16.06.2023 Wie durch ein Leak bekannt wurde, plant die EU-Kommission eine nahezu vollständige Deregulierung neuer gentechnischen Verfahren in der Landwirtschaft. Sollte dieser Vorschlag angenommen werden, entfällt die Wahlfreiheit der Verbraucher:innen, denn zahlreiche gentechnisch veränderte Lebensmittel landen dann unkontrolliert und ungekennzeichnet auf den Tellern. Das Recht auf gentechnikfreie Erzeugung und das geltende Vorsorgeprinzip in der EU wären ausgehebelt – das würde das Ende der gentechnikfreien konventionellen und ökologischen Landwirtschaft und somit auch das Ende regionaler Wertschöpfungsketten in Baden-Württemberg bedeuten.
WeiterlesenZum Politischen Aschermittwoch der Grünen Baden-Württemberg in Biberach fordert das Bündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft: Auch für neue Gentechniken muss die Kennzeichnung verpflichtend bleiben!
Biberach/Stuttgart, 22.02.2023 Heute fand in Biberach der 27. Politische Aschermittwoch der Grünen Baden-Württemberg statt. Neben Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Ministerpräsident Winfried Kretschmann kamen zahlreiche Vertreter:innen des Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft nach Oberschwaben. Gemeinsam mit Landwirt:innen aus verschiedenen Verbänden machten sie ihre Forderung nach verpflichtender Kennzeichnung der neuen Gentechniken laut und forderten die Politik auf, sich auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene klar für die Beibehaltung der Regulierung einzusetzen.
Weiterlesen „Zum Politischen Aschermittwoch der Grünen Baden-Württemberg in Biberach fordert das Bündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft: Auch für neue Gentechniken muss die Kennzeichnung verpflichtend bleiben!“Breites Bündnis aus Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz in Baden-Württemberg fordert: Kennzeichnung muss auch für neue Gentechniken verpflichtend bleiben!
Esslingen, 23.11.2022 Aktuell wird in Brüssel unter Einfluss von Lobbyarbeit großer Agrarkonzerne über eine mögliche Deregulierung der neuen Gentechniken (NGT) diskutiert. Seitens der EU-Kommission fanden verschiedene Befragung statt, bei denen die geplanten Deregulierungsszenarien offensichtlich wurden. Diese Deregulierungspläne hätten zur Folge, dass das Vorsorgeprinzip, die Risikoprüfung und die Wahlfreiheit der Verbraucher:innen außer Kraft gesetzt werden. Eine gentechnikfreie und ökologische Landwirtschaft wäre nicht mehr möglich.
Aus diesem Anlass hat das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft zum Runden Tisch „Agro-Gentechnik“ geladen, um gemeinsam mit Vertreter:innen verschiedener Landwirtschafts-, Umwelt- und Naturschutzverbände und zahlreicher Organisationen aus Baden-Württemberg auf die Brisanz der Thematik aufmerksam zu machen. Sie fordern: Auch die neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas, sind Gentechnik und müssen weiterhin reguliert werden!
